Aachen, 26. November 2018

MISEREOR dankt und trauert um seinen ehemaligen Chef Leo Schwarz

(Aachen, 26. November 2018) Mit großer Trauer und Anteilnahme hat MISEREOR den Tod seines ehemaligen Hauptgeschäftsführers und Trierer Weihbischofs Leo Schwarz aufgenommen. Der 1931 als Sohn eines Winzers in Braunweiler bei Bad Kreuznach geborene Geistliche war ab 1974 zunächst stellvertretender Geschäftsführer und von 1976 bis 1982 Hauptgeschäftsführer von MISEREOR.

Auch nach seinem Ausscheiden aufgrund seiner Ernennung zum Weihbischof von Trier blieb er dem Werk für Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in Aachen stets eng verbunden. So engagierte er sich von 1982 bis 1991 als Vorsitzender des MISEREOR-Beirats und von 1991 bis 2005 als Mitglied der MISEREOR-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.

"Wir verlieren mit Weihbischof Schwarz einen großen und bedeutenden Anwalt und Fürsprecher der Sache MISEREORs und danken ihm für seinen unermüdlichen Einsatz zugunsten der ärmsten und verletzlichsten Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika", würdigt MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel den Verstorbenen. "Wir sagen danke für sein Leben und trauern mit allen, die in seiner Familie, seinem Heimatbistum und in Bolivien mit ihm verbunden waren und bleiben werden."

Zweite Heimat Bolivien

Bolivien war bis zuletzt die zweite Heimat von Schwarz, der in jungen Jahren zunächst als Lehrer in Cochem tätig war, ehe er sich 1955 für ein Studium der Theologie und Philosophie entschied. Schon 1962, zwei Jahre nach seiner Priesterweihe, begann er seine bis 1970 anhaltende Tätigkeit als Missionar in dem lateinamerikanischen Land. Er hob landwirtschaftliche Genossenschaften aus der Taufe und  förderte lokale Gesundheitsdienste. 2006 kehrte Schwarz wieder nach Bolivien zurück. "Ich teile das Leben der Menschen und bin in meinem kleinen Dorf voll akzeptiert", sagte Schwarz damals in einem Interview und erklärte, er freue sich, zum Schluss seiner Karriere noch mal ganz Seelsorger sein zu können. 2017 kehrte er aus gesundheitlichen Gründen wieder nach Trier zurück.

Als politischer Vermittler im Einsatz

Schwarz sagte von sich selbst, er habe erfolgreich die Theologie der Befreiung vorangetrieben. Er scheute es nicht, sich politisch stark zu engagieren. So war er 1967 in Bolivien als Vermittler zwischen Regierungstruppen und Revolutionären im Einsatz.
Weihbischof Schwarz wird in Bezug auf seine Zeit bei MISEREOR als spontan, warmherzig und entscheidungsstark, als liebenswürdiger, bescheidener Schaffer beschrieben. "Er hat viel getan, den Namen MISEREOR als Synonym für wirksame, nachhaltige Unterstützung und Anwaltschaft zugunsten der Benachteiligten im globalen Süden zu profilieren", lobt Spiegel. Das Werk auch als Anstoß für einen anderen, maßvolleren und rücksichtvolleren Lebensstil ins Gespräch zu bringen, sei für den Verstorbenen stets Anspruch und Programm gewesen. "Dafür danken wir ihm bleibend von ganzem Herzen - Anders leben, damit andere in Würde leben können."

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